Sonnige Aussichten aus London: Das ist das Design der Kieler Woche 2027
Alle Entwürfe aus dem Wettbewerb sind im Rathaus zu sehen
Bewegung, Wärme, Segel und Sonne – das Design der Kieler Woche 2027 (19. bis 27. Juni) bringt den besonderen Charakter des Segel- und Sommerfestivals auf den Punkt. Die Londoner Grafikdesignerin Rejane Dal Bello setzte sich mit ihrem Entwurf im traditionellen Designwettbewerb gegen 14 andere Vorschläge durch.
Der Gewinnerentwurf überzeugte die Wettbewerbsjury durch sein ausdrucksstarkes, elementares Design, das den Spirit der Kieler Woche konsequent auf das Wesentliche reduziert.
In der Jurybegründung heißt es: „Die Bewegung und das Segel sind visuelle Synonyme für den sportlichen Teil der Kieler Woche. Jedes Jahr treffen sich Segler*innen aus der ganzen Welt zu Wettkämpfen in Kiel. Die Wärme und die Sonne stehen für den gemeinschaftlichen Teil der Kieler Woche. Auf dem Sommerfestival begegnen sich Menschen, feiern zusammen und verleben eine gute Zeit. Der Entwurf verbindet beide Aspekte auf eine abstrakte, aber sehr zugängliche Weise in einem nahbaren Motiv.“
Die Siegerin
Seit vielen Jahren arbeitet Rejane Dal Bello in den Bereichen Grafikdesign und Branding und war unter anderem bei renommierten Agenturen wie Wolff Olins (UK), Studio Dumbar (NL) und COLLINS (US) tätig. Sie schloss ihren Master in Social Design in den Niederlanden ab und unterrichtete Grafikdesign an der Post St. Joost sowohl auf MA- als auch auf BA-Ebene.
Derzeit ist sie parallel zu ihrem Studio in London als Professorin im Fachbereich Typografie an der HSD Düsseldorf tätig. Ihre Arbeiten sind Teil der ständigen Sammlung des V&A Museums in London und wurden in vielen Museen und Ausstellungen gezeigt. Sie hält weltweit Workshops und Vorträge zum Thema Kommunikationsdesign. Weitere Informationen gibt es unter www.rejanedalbello.com.
Der Wettbewerb
Seit 78 Jahren macht die Kieler Woche in einem jährlich wechselnden individuellen Design auf sich aufmerksam. Das Motiv kommt auf Plakaten und Flaggen ganz groß heraus und schmückt zahlreiche Kieler-Woche-Artikel. Wer die Chance erhält, ein eigenes Kieler-Woche-Design zu entwickeln, entscheidet eine Jury. Seit 1959 werden die ausgewählten Designer*innen aus dem In- und Ausland zu dem renommierten Wettbewerb eingeladen.
Die Teilnehmer*innen des Wettbewerbs sind Gäste der Kieler Woche und sammeln an der Förde Eindrücke, die sie anschließend in ihre Entwürfe für das Folgejahr einfließen lassen. Erstmals wurde das Plakat der Kieler Woche 1960 durch einen solchen Einladungswettbewerb ermittelt. Zur Kieler Woche 2027 wurde zum 67. Mal der Wettbewerb ausgeschrieben. Seit 1974 muss das Plakat in ein stimmiges Corporate Design eingebunden sein.
Die Teilnehmer*innen können bis zu drei Entwürfe für den Wettbewerb einreichen. In diesem Jahr standen insgesamt 15 Vorschläge zur Auswahl. Teilnehmer*innen waren: Tobias Dahl und Patrick Martin (Happy Little Accidents, Leipzig), Ann Richter und Pia Christmann (Studio Pandan, Berlin), Ina Bauer (Stuttgart), Rejane Dal Bello (London) sowie Kuki Krzysztof Iwański (Łódź).
Seit 2023 nimmt die Muthesius Kunsthochschule jährlich an dem Wettbewerb teil. Für 2027 beteiligten sich die Absolvent*innen Finn Feiert, Anja Sosnowski und Kaja Schmitt.
Die Jury
In der Jury saßen vier Fachjuror*innen, vier Sachjuror*innen und zum siebten Mal zusätzliche Jurorinnen aus der Kieler Bevölkerung.
Die Fachgutachter*innen waren: Jeffrey Goldstein vom Karlsruher Designteam 2xGoldstein (ständige Gutachter), die Berliner Designerin Ariane Spanier (ständige Gutachterin), der Sieger 2026 Erik Brandt aus Minneapolis sowie Daniel Lorenzen (stellvertretender Referatsleiter Kieler-Woche-Büro).
Ihnen saßen als Sachgutachter*innen zur Seite: Hauke Petersen (Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kieler Woche), Dirk Ramhorst (Regatta-Organisationsleiter Kieler Woche), Dr. Carsten Krage (Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kieler Woche Marketing GmbH) und Hanne Pries (Kultur- und Wissenschaftssenat der Landeshauptstadt Kiel).
Verstärkt wurde die Jury zudem von Sophie Steinlein und Catherine Bartelheimer, die gemeinsam die jährlich wechselnde neunte Jurystimme aus der Kieler Bevölkerung repräsentierten.
Die beiden stehen beispielhaft für die Verbindung von Wissenschaft und Spitzensport in Kiel: Während beide als erfolgreiche Seglerinnen auf internationalem Niveau antreten, verbindet Sophie Steinlein ihre sportliche Karriere mit einem Studium im meereswissenschaftlichen Umfeld des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel.
Die Ausstellung
Das Kieler-Woche-Büro lädt alle Interessierten dazu ein, sich in die Lage der Jury zu versetzen und das persönliche Lieblingsdesign zu küren. Von Montag, 7. September, bis Ende September sind die für 2027 eingereichten Entwürfe in einer öffentlichen Ausstellung im Eingangsbereich des Kieler Rathauses, Fleethörn 9, zu sehen.
Einen Überblick über alle Plakatentwürfe des Designwettbewerbs zur Kieler Woche 2027 gibt es online unter www.kieler-woche.de/design.
Pressemeldung 528/4. September 2026/ari
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