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Wingfoilen ohne hinderliches Seegras

Die Kieler Woche ist Tradition und Moderne gleichermaßen. Im 143. Jahr der Segelregatta feiern die Wingfoiler ihre Premiere. Jugendliche demonstrieren professionell gecoacht, wie die X-15-Klasse ihnen Flügel verleiht. Die aufstrebende Funsportart zu Wasser könnte in Zukunft sogar olympisch werden. Für optimale Bedingungen sorgt die „SeeKuh I“, ein Spezialschiff, das treibendes Seegras auf der Bahn Golf aufsammeln, das die Youngsters mit ihren Foils am Abheben hindern könnte.


Junge Wingfoiler demonstrierten auf dem X-15-Brett vor Strande erstmal im Rahmen der Kieler Woche ihr Können. Foto: Sascha Klahn

Ein sonniger Morgen der Kieler Woche im Hafenvorfeld von Schilksee: 16 Augen- und Ohrenpaare sind auf Fiona Wylde und ihr Team fokussiert. Die letzten Einweisungen in den Ablauf einer Regatta stehen auf dem Programm. Die 27-jährige, mehrmalige Weltmeisterin in Stand-up Paddling (SUP) und Expertin für Wingfoiling gibt praktische und taktische Tipps, dazu werden Flaggensignale und Regelwerk erklärt.

Die Schar der Zuhörer ist jung und zum Teil unerfahren im Regattageschehen – und doch sind sie alle Botschafter einer neuen Disziplin zur Kieler Woche. Mit einem Demo- und Coaching-Event auf X-15-Boards wird das Wingfoiling in die Regattawoche integriert. Seit Donnerstag haben die U19-Sportler fleißig geübt und trainiert, um nun auf den Regattabahn zu gehen. Denn Sonntag startet das große Finale, das von KielerWoche.TV live übertragen wird. Vielleicht wird das ein Vorgriff auf die Zukunft, in der das Wingfoilen mit einem Olympiastatus liebäugelt.


In Zukunft könnten Wingfoilen genauso zum Standardprogramm der Kieler Woche gehören, wie die klassischen Jollen im Hintergrund. Foto: Sascha Klahn

Drei Gruppen durchliefen die Trainingstage – von den absoluten Anfängern, über die Fortgeschrittenen bis hin zu den Experten. Während für die Einsteiger der Umgang mit dem Board auf seinen Unterwasserflügeln und dem tragbaren Flügelsegel noch Neuland war, konnten die Jungen und Mädchen mit ersten Erfahrungen das Brett schon phasenweise aus dem Wasser heben. Und die Experten flogen mit dem sechs Quadratmeter großen Flügelsegel bereits beeindruckend schnell und sicher übers Wasser.Sie alle machten weitere Entwicklungssprünge. „Es war großartig. Von den Anfängern haben zwei schon am ersten Tag angefangen zu foilen“, berichtet Wylde. Sie ist begeistert von den Möglichkeiten, die dem jungen Sport zur Kieler Woche geboten werden: „Es ist großartig, Teil dieses Events zu sein. Alle Kieler Woche-Organisatoren sind freundlich und zuvorkommend zu uns und haben uns herzlich aufgenommen. Die Zusammenarbeit mit der Regattaleitung läuft problemlos.“


In einem Demo- und Coachingevent zur Kieler Woche machten U19-Aktive auf X-15-Boards große Fortschritte beim Wingfoilen unter Wettfahrtbedingungen. Foto: Sascha Klahn

Die Kieler Woche scheut zudem keine Mühen, um dem Wing Foiling das Feld zu bereiten. Dazu gehörte auch das Absammeln des Seegrases in der Strander Bucht. „Wir hatten nicht zu viel Seegras auf unserer Bahn, aber der positive Effekt hat sich bemerkbar gemacht. Danach war die Bahn gut zu besegeln“, sagt Wylde und macht Werbung für den Standort Kiel unter Wingfoilern, aber auch fürs iQFOiL-Surfen und Kiten: „Die Kieler Woche ist bestens vorbereitet, um große Foilingevents zu organisieren.“

Das Lob ist Balsam auf der Seele der Regattaorganisation unter der Leitung von Dirk Ramhorst. „Wir wollen die dieses Jahr ausgefallenen olympischen Disziplinen iQFOiL und Formula Kite für die Kieler Woche begeistern“, so der Dänischenhagener, „deshalb gehen wir auch dieses natürliche Problem an, selbstverständlich nachhaltig.“


Mikrobiologe Rüdiger Stöhr (rechts) erklärt Regattaorganisationsleiter Dirk Ramhorst und Lena Erdil, Kieler Woche-Siegerin im iQFOiL und jetzt für die Großveranstaltung im Einsatz, das Ergebnis der ersten Seegrassammelaktion. Foto: Christian Beeck

Der Umgang mit der Fauna und Flora der Ostsee ist für Wassersportler und die Kieler Woche ein elementares Thema. Und Seegras steht aus gutem Grund im Fokus. Denn die Seegraswiesen in der Ostsee leisten einen großen Beitrag zur Bindung von Kohlenstoff und sind damit ein wichtiger Faktor im Klimaschutz.

Abgerissenes Seegras durch Stürme und Wellenschlag sind aber bei Regatten ein ungeliebtes Hindernis der Aktiven. Auf der Ostsee, die zuweilen übertrieben, als überschwemmte Seegraswiese bezeichnet wird, ziehen immer wieder Felder der abgerissenen Pflanzen durch. Gerade für foilende Surf- und Kiteklassen sind diese Halme, die sich um die Unterwasserflügel wickeln können, ein Problem. Aber schwimmendes Seegras hat auch einen Wert. Und so macht die Kieler Woche aus der Not eine Tugend, lässt in der Strander Bucht durch das Sammel-Schiff „SeeKuh I“ das Seegras abfischen, um es einer neuen Verwertung zuzuführen.

Der Mikrobiologe Rüdiger Stöhr des Vereins One Earth – One Ocean hält an Bord dicke Bündel von Seegras in der Hand: die Ausbeute nach einem Tag Sammelaktion vor Schilksee. „Ich war erstaunt, wie gut wir das Seegras einsammeln konnten“, sagt Stöhr. Über zehn Kilogramm oder rund eine Maurerwanne voll Seegras landete auf dem Schiff, das 2016 als Müllsammel-Schiff in Lübeck gebaut wurde. Nach kurzer Einsatzzeit in Hongkong ist es nun in der Ostsee im Einsatz. Das Folgeschiff, die „SeeKuh 2“ sammelt inzwischen in Manila Müll, ist mit Förderbandtechnologie noch weiterentwickelt worden.Die „SeeKuh“ ist ein 12x10 Meter großer Katamaran, zwischen dessen Rümpfen ein Netz gespannt werden kann. Darüber werden die an der Meeresoberfläche schwimmenden Objekte an Bord gehievt. Inzwischen soll das Schiff für weitere Einsätze verbessert werden. Geisternetze, also Fischernetze, die verloren gegangen sind, stehen im Fokus. Dafür wurde eine Taucherplattform installiert. Ein Kompressor und ein neuer Motor sollen mehr Möglichkeiten geben.


Die in Lübeck gebaute „SeeKuh I“ sammelt zur Kieler Woche in der Strander Bucht auf der Wasseroberfläche losgerissenes Seegras. Foto: Christian Beeck

Aber auch der erste Kieler Woche-Tag auf dem Wasser in Sachen Seegras hat gezeigt: Die „SeeKuh“ kann auch diese Aufgabe. „Das Seegras tritt in einer Art Straßen auf, die sehr gut abzusammeln sind. Wir werden die Aktion am Wochenende noch verfeinern, indem wir auf dem Motorboot eine Art Scout losschicken, der für uns diese Seegras-Straßen sucht“, erklärt Rüdiger Stöhr.

Der Seegrasproblematik für den Regattasport war sich der Meeresbiologe gar nicht so bewusst, fand die Aufgabe aber sofort spannend, als die Frage kam. Es ergebe sich hier ein weiterer Einsatzbereich. Denn das eingesammelte Seegras kann weiter genutzt werden. Getrocknet und aufgearbeitet eignet es sich im Hausbau hervorragend als Dämmmaterial oder kann in Kissen und Decken als natürliches Füllmaterial verwendet werden. Stöhr will diese Möglichkeit selbst testen. Damit kann der Einsatz der „SeeKuh“ auf der Kieler Woche zur Win-Win-Situation für Sportler, Häuslebauer und andere werden.


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